Hüfte – Hüfttotalendoprothese - Hüftoperation

Das Hüftgelenk bietet als Kugelgelenk unter allen Gelenken im Körper den zweitgrößten Bewegungsspielraum nach dem Schultergelenk. Entsprechend der hohen mechanischen Belastung ist es auch besonders anfällig für Abnutzungserscheinungen, die sogenannte Arthrose.

Zu den Ursachen der Hüftgelenksarthrose zählen angeborene oder erworbene Gelenkfehlstellungen, Ernährungsstörungen des Gelenkknorpels, Fehlbelastung, Gelenkverletzung oder Knochenbrüche, sowie ererbte Veranlagung.

Die Geschichte der Hüftendoprothetik blickt mittlerweile auf einen Entwicklungszeitraum von mehr als hundert Jahren zurück. Die heute verwendeten Schaft-Prothesen ersetzten den Hüftkopf und den Oberschenkelhals, ebenso die Hüftpfanne. Als Gelenkersatz stehen uns zementierte oder zementfreie Versionen sowohl für die Gelenkpfanne als auch für den Schaft zur Verfügung, ebenso wie die Kombination aus zementfreier Pfanne und zementiertem Schaft.

Die Schaftprothese mit Modularkopf - Oberflächenersatz an der Hüfte nach Mc Minn-Methode und zementfreier Pfanne
Aufgrund der sehr guten Erfahrungen mit dem Oberflächenersatz an der Hüfte nach Mc Minn-Methode setzen wir bei älteren Patienten einen Schaft in den Oberschenkel ein. Mit einem sogenannten Modularkopf, der die gleiche Größe und das gleiche Material aufweist wie die Hüftkappe an der Hüfte nach Mc Minn-Methode.

Dieser Modularkopf ist nun auch als Keramikkopf verfügbar, wobei der gegenüberliegende Part, nämlich die Gelenkpfanne auch mit einem Keramikinlay versehen ist. Der Keramikkopf bürgt für eine noch größere Haltbarkeit der Hüftendoprothese.

Der Unterschied zur Hüftkappe ist jedoch, dass hier der Oberschenkelhals mit dem Hüftkopf reseziert wird und nach Einsetzen des Schaftes, der entweder zementiert oder zementfrei eingebaut wird, ein sogenannter Modularkopf an der Hüfte nach Mc Minn-Methode auf diesem Schaft aufgesetzt wird. Somit sind hier von der Anatomie her gleiche Voraussetzungen wie bei der Hüftkappe gegeben bezüglich der Kopfgröße und des Materials. Der große Oberflächenersatz an der Hüfte nach Mc Minn-Methode gewährleistet eine sehr gute, der normalen Anatomie entsprechende Beweglichkeit. Die Pfanne wird, wie auch bei der Hüftkappentechnik, in den Beckenknochen eingepresst ohne die Verwendung von Knochenzement. Die Vorteile dieser Schaftprothese mit dem Modularkopf gegenüber der normalen Schaftprothese sind der geringere Blutverlust durch den hinteren Zugang (der Patient liegt in Seitenlage) sowie eine weitgehend physiologische Bewegungsfreiheit der künstlichen Hüfte, da der Modularkopf der normalen Größe des Hüftkopfes entspricht.

Bei Vorliegen einer Metallallergie (zumeist Nickel) wird anstelle des Modularkopfes ein Oxiniumkopf auf den Schaft aufgesteckt. Wir verwenden bei dieser Technik eine andere Hüftpfanne, die ebenfalls in den Beckenknochen eingepresst wird, jedoch wird diese Pfanne mit einem sogenannten Polyethyleninlay versehen, in dem der Oxiniumkopf rotiert. Die Vorteile dieses Oxiniumkopfes sind ein wesentlich geringerer Materialverschleiß gegenüber den herkömmlichen Keramikköpfen. Untersuchungen im Labor haben ergeben, dass der Abrieb des Polyethylens durch die Verwendung eines Oxiniumkopfes um bis zu 80% vermindert wird.



Dr. med. Jürgen Beyer, Facharzt für Orthopädie und Sportmedizin
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